Tipp des Monats – Oktober 2026
Drei (!) km/h…
Landwirt zu sein ist ein wunderbarer Beruf, oder besser gesagt, eine Lebensweise. Der Umgang mit Tieren, das Spiel mit der Natur, die Ernte, die Momente der Ernte, Unternehmertum, Glücksmomente, Misserfolge – all das gehört dazu. Und man sieht nicht monatlich, sondern jährlich oder über einen noch längeren Zeitraum, wie erfolgreich die Entscheidungen und Handlungen waren. Ganz anders als bei Angestellten, die genau wissen, was jeden Monat auf ihrem Konto ist.
In der Geschäftswelt sieht man manchmal Menschen, die eigentlich sehr gut darin sind, die Arbeit in der Werkstatt zu leiten und zu lösen – Menschen, die im Krankenhaus am Krankenbett Höchstleistungen erbracht haben oder Kinder/Schüler vor der Klasse motivieren konnten –, dann befördert werden und ihre Talente im Management und in der Verwaltung verschwinden sehen.
Unternehmertum bedeutet oft auch: „Ausprobieren, wozu ich fähig bin.“
Der Umgang mit Kühen, die Beobachtung der Kühe, sicherzustellen, dass es ihnen gut geht und sie ihr Bestes geben, ist aufregend!
Aufgrund der höheren Arbeitsbelastung heißt es oft nur noch: „Schnell die letzten Kühe holen, schnell dies oder jenes erledigen usw.“ Ist das ein Zeichen dafür, dass Sie sich selbst von Ihren Talenten wegbefördert haben? Können Sie Aufgaben nicht noch auslagern oder automatisieren?
Betrachten Sie das Zusammentreiben der Kühe als wertvolle Momente des Tages. Genau da liegen Ihre Stärken!
Mit die Notizen aus dem 2-Minuten-Check oder DeLaval Plus in die Hand beginnen Sie Ihre Runde immer am Roboterausgang oder an der Stelle, wo die Kühe vom Melkroboter zurück in den Stall laufen. Gehen Sie nicht schneller als drei Kilometer pro Stunde, damit die Kuh Zeit hat, in Ruhe und stressfrei zu schauen, wo sie hin muss.
Wenn Sie das konsequent umsetzen, werden Sie feststellen, dass es nicht einmal länger dauert als beim „schnellen“ Zusammentreiben. Und nicht nur die Kuh hat mehr Zeit zum Schauen, sondern auch Sie!